Ingenieurgesellschaft Seidel mbH

„Bewegung und Spiel sind bei Kindern ein starkes Grundbedürfnis. Die Entfaltungsmöglichkeiten kindlicher Bewegung haben sich jedoch in den letzten Jahrzehnten rapide verschlechtert: Zunehmende Verbauung und Verkehrszerschneidung von Spielräumen, Verinselung von Bewegungsangeboten, passives Mobilitätsverhalten, wachsende digitale Medienangebote und labilere Familienstrukturen stellen Risikofaktoren einer gesunden Entwicklung dar“.

Dies ist ein Auszug aus der Philosophie des ActivKid Bewegungskindergarten in Mannheim. Geplant ist der Neubau einer bewegungsorientierten Kindertagesstätte für 4 Gruppen Ü3 und 1 Gruppe U3 mit dem Ziel der Einrichtung, Kinder in einer entwicklungsgerechten Umgebung durch bestmögliche pädagogische Interaktion ganzheitlich zu fördern.
Die Einrichtung ist nach den aktuell gültigen Regeln der Technik, unter Berücksichtigung höchster Energieeinsparung geplant. Wir planen und überwachen die Ausführung der technischen Gewerke Heizung, Sanitär, Lüftung mit Klimaboden und Elektrotechnik mit Brandmelde- und Sicherheitstechnik

Der Neubau erhält einen eigenen Trinkwasseranschluss und die Entsorgung des Schmutzwassers erfolgt an einen bestehenden Hauptkanal. Für die Entwässerung des Niederschlagswassers sind Rigolen zum Versickern der Wassermengen des Flachdaches geplant und auch auf den zugeordneten Grundstückflächen vorgesehen. Die Trinkwasserversorgung erfolgt nach der gültigen TW-Verordnung und die Warmwasserbereitung über Frischwasserstationen.

Der Kindergarten wird von einer Fernwärmeübergabestation aus mit Energie beliefert. Diese befindet sich in einem außenliegenden Technikraum mit einem 2000l Pufferspeicher. Von dort aus verlaufen im Erdreich Heizungsleitungen in den Technikraum im Gebäude. Der Nachweis über energiesparenden Wärmeschutz und energiesparende Anlagentechnik der Gebäude wird gemäß der Energieinsparverordnung EnEV 2016 erbracht.
Die Wärmeschutzdämmung beträgt min. 16 cm an den Außenwänden. Die Fenster erhalten eine Dreischeiben-Wärmeschutz-Verglasung. Die Beheizung der Räume erfolgt über eine Fußbodenheizung. Zur Steuerung der Anlage ist eine witterungsgeführte Regelanlage geplant, die die Station bedarfsabhängig nach den Anforderungen für die WWB oder Heizung steuert. So muss für die Warmwasserbereitung ca. 70°C bei Anforderung anstehen, um nach der Trinkwasser-Hygiene 62°C Warmwassertemperatur zu gewährleisten. Bei der Fußbodenheizgruppe max. 40°C bzw. bei der Lüftung max. 60°C. Jede Unterregelgruppe ist witterungsgeführt und reduziert nach der Außentemperatur die min. erforderliche Vorlauftemperatur. Auch hier gilt, dass die gesetzlichen Vorschriften ENEV 2016 und EEG Wärmegesetz erfüllt werden müssen, die durch den Einsatz von Fernwärme zum Tragen kommen.

Die Warmwasserbereitung im Kinderhaus erfolgt dezentral über eine Durchlaufsystem. Um die Spitzenleistung zu gewährleisten ist ein Pufferspeicher auf der Heizungsseite vorgeschaltet. Mehrere Frischwasserstationen, vom Aufbau vergleichbar mit einem Durchlauferhitzer, sind nach der Trinkwasserverordnung die beste hygienische Lösung zur Bereitstellung von Warmwasser. Es werden 60°C Warmwasser-Austritts-Temperatur gefordert und zur Vorhaltung des Warmwassers an den Zapfstellen wird eine Zirkulationspumpe mit Zeitschaltuhr installiert. Als Verbrühschutz werden an den Entnahmestellen, wie Waschbecken oder Duschen thermostatische Armaturen mit einer max. Begrenzung auf 38°C eingebaut.

Für die Be- und Entlüftung der Räume einschl. der Sporthalle, sowie der innenliegenden Wasch- und Duschbereiche des Kindergartens sind mechanische Lüftungsanlagen vorgesehen. In den Geschossen sind Absperreinrichtungen geplant. Somit kann der Betrieb bereichsweise erfolgen. Die Steuerung geschieht über die im LV enthaltenen Fernbedienungsgeräte. Eine Aufschaltung von CO2-Fühlern und Feuchtefühlern in den Feuchträumen ist vorgesehen. Es werden Lüftungsanlagen mit Zu- und Abluftventilator, Wärmerückgewinnung und Nachheizung ausgeführt. Die Lüftungsgeräte (teilweise witterungsfest) sind Zentralgeräte mit EC-Motoren. Um mit Raumtemperatur einblasen zu können sind PWW Nacherhitzer im Zuluftkanal mit konstanter Zulufttemperatur-Regelung nachgeschaltet. Die Anlagen können zur Verbesserung der Luftqualität mit einer gesteuerten Sauerstoffaktivierung "ProOxion" ausgestattet werden. Für das Wohlfühlklima und zur zugfreien Einbringung der Luft kommt ein Klimaboden zum Einsatz.